Der Laptop-Ratgeber


Seit 2009 haben Notebooks (Laptops) gegenüber den stationären Desktops bei den Verkaufszahlen die Nase vorn. Sie sind mobil, universell und einfach trendy. Ab etwa 250 Euro bekommen Sie einen (fast) vollwertigen PC, doch welchen sollen Sie nehmen? Viele Begriffe, Ausstattungsmerkmale und Leistungsangaben wirken verwirrend. Was bedeuten die Angaben bei den Aktionsangeboten der Discounter? Welcher Typ entspricht Ihren Bedürfnissen am besten?


Ist es für Sie hauptsächlich wichtig, mobil zu sein, Zugang zum Internet zu haben, Ihren eMail Account zu benutzen und unterwegs kleinere Büroarbeiten zu erledigen? Dann sind Netbooks oder Subnotebooks für Sie das Richtige.

Sie brauchen ein mobiles Bürogerät, das Sie auch in einem Meeting oder in einer Außenstelle dabei haben möchten? Dann sollten Sie sich nach einem Standard Notebook oder einem robusten Business Notebook umsehen.

Sie wollen etwas mehr? Sie wollen auch unterwegs mal einen Film ansehen, zur Entspannung ein PC-Game spielen, Ihre neuesten Digitalfotos beurteilen und vorsortieren? Dann brauchen sie ein Allrounder Notebook.

Das reicht Ihnen noch nicht, da sie mobil nicht nur komplexe Dateien (Datenbanken, Fotos, Musik, Videos) bearbeiten möchten, sondern auch aufwändige Games spielen wollen? Dann hilft nur noch der Griff nach dem Multimedia oder Gamer Notebook.


Das Display

Sieht man von Mini-Netbooks mit 7 Zoll Bildschirm ab, beginnen die Displays der Netbooks bei 10,1 Zoll (Inches), metrisch 25,7 Zentimeter. Das reicht aus, um darunter auch eine Tastatur unterzubringen, die nur rund 15 Prozent enger gebaut ist als eine Normaltastatur. Die größten Notebook-Displays sind derzeit bei 18,4 Zoll / 46,7 Zentimeter angelangt. Das reicht allemal, um eine Normaltastatur mit Ziffernblock einzubauen. Die maximale Auflösung soll der Display-Größe angepasst sein, damit ein möglichst ermüdungsfreies Betrachten möglich ist. Netbooks haben typischerweise eine Auflösung von 1024 x 600 Pixel. Die Großformatigen verfügen über 1920 x 1080 Pixel, also Full HD.


Das Seitenverhältnis ist je nach der Hauptnutzung zu bewerten. Für Büroarbeit und Internet ist das alte Fernsehformat 4:3 günstiger, für Multimedia und Games das neue TV Format 16:9. Spiegelfreie Displays (non glare) sind für das Arbeiten im Freien oder in sehr hellen Räumen besonders geeignet. Für Bilder, Videos und Games haben die glänzenden Schirme eine sattere Brillanz. Sie dominieren inzwischen bei den Notebooks, benötigen aber eine stärkere Hintergrundbeleuchtung. Für eine ausreichende Helligkeit sollten LEDs verwendet werden, da sie den Akku besser nutzen.


Die Rechnerleistung

Bei den Angaben zu den Prozessoren beginnt für den nicht Eingeweihten das Verwirrspiel. Warum sollen zwei gleich getaktete CPUs so wesentliche Unterschiede in der Leistung haben. Der Kern der Sache liegt buchstäblich im Kern der CPU, ob es einen oder mehrere gleich getaktete Kerne (Cores) gibt, oder ob Zusatzfunktionen in die Prozessoren integriert sind. Die große Zahl an speziellen Notebook-Prozessoren mit ihren VaDer rianten macht hier eine Gesamtdarstellung unmöglich.


Generell kann festgehalten werden, dass AMD nur bis zum mittleren Preissegment mithalten kann. Die besten der Turion Reihe erreichen nur knapp die Leistung der Intel Core 2 Duo Prozessoren. Die CPUs der Intel Core iX Reihe sind zurzeit die schnellsten Prozessoren für mobilen Einsatz. Wenn es weniger um Leistung als um Stromersparnis geht, bieten sich die ULV (Ultra Low Voltage) und die billigeren CULV (Consumer Ultra Low Voltage) Varianten der iX Reihe an.


Die Leistungsfähigkeit eines Computers hängt neben dem Prozessor auch vom Arbeitsspeicher ab. Typisch sind für Netbooks 1 Gigabyte, für die Mittelklasse 2 Gigabyte. 4 Gigabyte Arbeitsspeicher werden aber zunehmend Standard. Windows 7 erkennt als 64 Bit Fassung die volle Kapazität des Arbeitsspeichers und kann bis zu 192 Gigabyte adressieren. Unabhängig von der CPU wird mit der Erhöhung des Arbeitsspeichers die Arbeitsgeschwindigkeit des Computers gesteigert.


Die Grafik

Für einfache Anwendungen und Büroarbeit mit dem Notebook reichen die Grafikkarten "on Board" aus. Da dann häufig kein eigener Video-Speicher zur Verfügung steht, muss der Arbeitsspeicher mindestens über 2 Gigabyte verfügen. Billige Notebooks bekommen sonst bei der Darstellung Probleme. Bei höheren Ansprüchen kommen diskrete Grafikkarten von Nvidia und ATI zum Einsatz. Die Spitzenmodelle gehören zur Quadro bzw. Fire Reihe und weisen speziell für den Mobileinsatz konstruierte Prozessoren auf. Für extreme Anforderungen wie im CAD-Bereich gibt es bei Nvidia zur Quadro Serie auch besondere Treiber.


Weitere Ausstattungen

Selbst das schwächste Netbook hat inzwischen Festplatten (Hds) mit 160 Gigabyte. 250 und 320 Gigabyte sind schon Standards bei Subnotebooks und Einsteigermodellen. Auch die 500er Marke ist schon überschritten. Für deutlich höhere Datenmengen empfehlen sich aber schnelle externe Festplatten. Gamer Notebooks verwenden dagegen mittelgroße aber sehr schnelle Hds im Parallel-Betrieb. Solid State Disks (SSDs) befinden sich noch in der Weiterentwicklung. Sie sind schnell, leicht und noch zu teuer.

Damit Netbooks und Subnotebooks klein und leicht gehalten werden können, wird bei ihnen auf (optische) Laufwerke verzichtet. Man kann aber jederzeit spezielle externe Laufwerke auch im Akku-Betrieb einsetzen, sollte dann aber nicht brennen. Eine ideale Kombination für höherwertige Notebooks ist ein CD Rom / DVD Laufwerk zum Abspielen aber auch zum Brennen von Sicherungsdateien. Ein gutes Combo-Laufwerk beherrscht zudem auch die Wiedergabe von Blu-ray.


Webcams, Mikrofon und Stereo-Lautsprecher sind bereits bei Netbooks Standard. Klassische Schnittstellen sind noch der VGA-Ausgang für Monitore und gelegentlich ein Modemanschluss, welcher Reisenden in wenig entwickelte Länder gute Dienste leisten kann. Digitalisierte Ausgänge für Fernseher und Beamer sollten vorhanden sein. Netzwerk-Funktionen gibt es schon beim Netbook. Mit der stetigen Verbesserung der digitalen Netze sollte man auf einen 1 Gigabyte Port achten. Beim WLAN wird sich erst in absehbarer Zukunft etwas tun, da man sich erst vor kurzem auf einen Standard geeinigt hat.

Integrierte UMTS Module findet man fast nur bei Netbooks und sehr leichten Notebooks, zumal man noch an eine begrenzte Zahl von Providern gebunden ist, um an Internet-Flatrates zu kommen. Der Markt für Prepaid UMTS ist noch in der Anlaufphase. Ein Surf-Stick passt aber in jeden USB-Anschluss.

Reichlich USB-Anschlüsse sind wünschenswert für die Peripherie, aber mit einem Hub kann man sich in der Regel behelfen. Das schnellere abwärtskompatible USB 3.0 ist erst im Anmarsch, da die Chip-Hersteller geschlafen haben und die Notebook-Produzenten noch nachrüsten müssen.


Worauf sollte noch geachtet werden?

Von Ausnahmen und Ladenhütern abgesehen sind die meisten Notebooks bereits mit einer Windows 7 Version ausgestattet, welches die User dieser Welt Windows Vista schnell vergessen machen wird. Netbooks kommen meist mit der Starter Version in den Handel, Notebooks überwiegend mit einer Home Edition. Linux Varianten sind natürlich auch möglich. Vor allem Profis und Sparfüchse wissen dies zu schätzen.


Das Gewicht spielt neben der Handlichkeit eine große Rolle bei der Mobilität und natürlich die durchschnittliche Laufzeit des Akkus. Netbooks wiegen lediglich 900 Gramm bis etwa 1.200 Gramm, und 5 Stunden Betriebszeit sind schon das Minimum mit einem frischen Akku. Verschiedene Modelle versprechen bereits Laufzeiten von 7 bis 8 Stunden und mehr. Einige Subnotebooks liegen auch in diesem Bereich. Sie sind mit dem größeren Bildschirm komfortabler zum Arbeiten, wiegen dafür aber schon zwischen 1,5 und 2 Kilogramm. Standard Notebooks wiegen um 2,5 bis 3 Kilogramm und ihre Akku-Leistung kann mit Stromfressern an Bord nur 2 Stunden betragen. Mit stromsparenden Prozessoren erreichte es aber z.B. Acer, ein nahezu Gamer taugliches Notebook zu entwickeln, das nur knapp 3 Kilogramm wiegt. Bei Multimedia und Gamer Notebooks kann das Gewicht bis 6 Kilogramm steigen. Das sind mehr Mitnahmegeräte als Mobilitätshilfen. Ihre Akkus werden auch sehr beansprucht und die Laufzeit kann auf unter 2 Stunden sinken.


Wo findet man gute Testberichte?

Eine umfassende Marken- und Produktübersicht, mit ausführlichen Test und absolut aktuellen News findet man bei notebookcheck.com. Auch notebookinfo.de informiert sehr umfassend. Die online Portale der Stiftung Warentest sowie der Zeitschriften Computerbild und Chip können ebenfalls hilfreich zum Einstieg in die Notebookwelt sein.